Neujahrskonzert "Du höchstes Licht"

8.1. St. Willehad Kirche Wilhelmshaven

 

 

PROGRAMM:

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY, 1809–1847

Motetten für vierstimmigen Chor

Jauchzet dem Herrn, alle Welt, op.69, 2

Trauergesang, op. 116

 

 

JOHANNES BRAHMS, 1833–1897

Fest- und Gedenksprüche op. 109

für achtstimmigen Chor

Feierlich bewegt (Unsere Väter hofften auf dich)

Froh bewegt (Wo ist ein so herrlich Volk)

 

 

ROBERT SCHUMANN, 1810–1856

Am Kamin


 

GEORG GOLTERMANN, 1824-1889

Religioso Opus 119

 

 

HUGO WOLF, 1860–1903

aus: Geistliche Lieder

nach Gedichten von Joseph von Eichendorff

für vierstimmigen Chor

Aufblick

Einkehr

Letzte Bitte

Ergebung

Erhebung

 

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY, 1809-1847

Vespergesang

Nocturne aus „Ein Sommernachtstraum“

 

 

MAX REGER, 1873–1916

aus: Acht Geistliche Gesänge op. 138

für vier- bis sechsstimmigen Chor

Morgengesang

Unser lieben Frauen Traum

Nachtlied

 

Konzertkritik
 

Schlanker Klang und dynamisch differenziert

CHORKONZERT  Kammerchor der Neuapostolischen Kirche sang in vollbesetzter St. Willehad-Kirche
 

Die Wilhelmshavener Kulturlandschaft ist mit mehreren erstklassigen Chören gesegnet. Einer davon ist der Kammerchor der neuapostoli­schen Kirche.

WILHELMSHAVEN/RP - Die Vorstellung, dass nur Popmusik und Klamauk volle Veranstaltungsräume garantiere, ist ein Irrglaube. Beim „Weihnachtsoratorium" waren in der Banter Kirche mehr als nur die Plätze besetzt, die sowohl Hören als auch Sehen ermöglichen. Das Konzert des Wilhelmshavener Streicherensembles am 2. Weihnachtsfeiertag in der Lutherkirche erlebten mehr als 300 Zuhörer und beim Konzert des Wilhelmshavener Vokalensembles am Sonntag waren in der Sengwarder Kirche nur ganz wenige Reihen frei. Und zu Beginn des quasi parallel dazu stattfindenden Konzertes des Kammerchores der Neuapostolischen Kirche in der St. Willehad Kirche stellte Pfarrer Heinrich gr. Hackmann fest, dass die Kirche lange nicht mehr so gut gefüllt war. Nicht nur, dass kein Sitzplatz mehr frei war; es mussten einige Besucher das Konzert stehend verfolgen.

Gerrit Junge, der Leiter des Kammerchores, hatte sich romantische Musik für dieses Neujahrskonzert ausgesucht. Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Max Reger. Und sie geriet dem Chor im wahrsten Sinne des Wortes romantisch, aber nie im schwülstig-negativen Sinne. Gerrit Junge und seine 35 Sängerinnen und Sänger fühlten sich offensichtlich einem schlanken Klang verpflichtet, der Klarheit des musikalischen Textes und des Worttextes. Die Gestaltung der Dynamik war hochdifferenziert und die Klangbalance beeindruckend austariert.

Junge, der auch den jungen Chor von Musikschule und Sängerkreis leitet, bewies einmal mehr, dass er es ver­steht, seine Ensembles zu maximalen Leistungen zu führen. Allenfalls in den 8-stimmigen „Fest- und Gedenksprüchen" von Johannes Brahms, aus denen der Kammerchor die Teile „Morgengesang", „Unser lieben Frauen Traum" und „Nachtlied" interpretierte, waren zweitweilig dynamische und klangliche Härten herauszuhören, die die Grenzen des Chores aufzeigten, der - wohlgemerkt - kein professioneller ist.

Zudem erklangen Bearbeitungen von Werken der Komponisten Schumann, Goltermann und Mendelssohn Bartholdy, dargeboten von einem Bremer Cellisten-Ensemble mit Norbert Vahl, Ralf Gottschalk, Michael Stauß und Claus Möller. Das Quartett präsentierte sich mit einem eher verhaltenen, intimen Klang und schön homogenen Zusammenspiel, dem auch gelegentliche Intonationstrübungen keinen Abbruch taten.

Für den begeisterten Applaus am Ende des einstündigen Vortrages bedankte sich der Kammerchor mit einer wunderbar differenziert vorgetragenen Fassung des Liedes „Dat du min Leevsten büst".


Wilhelmshavener Zeitung, 10.01.2006