Neujahrskonzert mit Vorfreude auf Besuch aus Grönland

Die rund 40 Sängerinnen und Sänger des Kammerchores Wilhelmshaven erfüllten mit ihrem Konzert namens „Sei getrost!“ den Saal der Neuapostolischen Kirche mit ihrem berührenden Gesang, wenn auch leider wohl einige Gäste vom Schneefall abgehalten wurden.

Unter Leitung von Gerrit Junge, an der Orgel begleitet von Timo Schmidt, gaben sie ihr gut einstündiges Neujahrskonzert zum Besten. „Der Chor singt gerne in seiner heimatbezogenen Kirche, aber in der Christus- und Garnisonkirche fiel die Heizung aus, dort ist es zu kalt“, erklärte Bezirksvorsteher Stephan Tapper eingangs die Verlegung des Konzerts.

Klänge stärkten das Vertrauen

Ein vielstimmiges, gewaltiges „Halleluja! Freut Euch, Ihr Christen alle“ von Andreas Hammerschmidt eröffnete den Reigen mit hübschem Wechsel von Männer- und Frauenstimmen, denen Freude und Wonne wahrhaft anzumerken waren. Mit Rezitativ im Tenor eröffnete „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen“, eine anmutige, romantische Melodie Felix Mendelssohn-Bartholdys mit flehentlichen Aufschreien sowie anklagendem Sprechgesang. Nach Umstellen kam „Do not be afraid“ des Zeitgenossen Philip W.J. Stopford zur Aufführung. Crescendi und Decrescendi sorgten für einen steten Wechsel zwischen sanft und dramatisch. „Sing“ hieß es einfach bei David Willcocks und Charles-Marie Widor, deren vierstimmiger Chorsatz durch die Toccata aus der Symphonie Nr.5 für Orgel begleitet wurde. Die Aufforderungen singe und preise wurden in aller Eindringlichkeit dargestellt.

Pastorin Meike von Fintel vertrat ihren Kollegen Frank Morgenstern krankheitshalber beim Impuls. Fürchte Dich nicht, Jahreslosung der Neuapostolischen Kirche, stehe 365-mal in der Bibel. „Auch 2026 wird uns nicht täglich nach Lob und Jubel zumute sein, da tut es gut, dass uns der Chor daran erinnert“, sagte die Pastorin, die diese Worte bei jeder Taufe spreche. Klänge stärkten das Vertrauen, und so erklang der dramatisch-impulsive Spiritual „The battle of Jericho“ mit schrillen Ausrufen und breit gesungenem Finale.

Kammerchor bekommt Besuch aus Grönland

Völlig im Kontrast mit ruhigem, zerbrechlichen Klang und so geheimnisvoll wie der Titel kam „O Magnum Mysterium“ daher, das in ein sinistres Halleluja abtauchte. Zurück aus der Gegenwart ins Barock ging es mit feierlichem Vorspiel und triumphalem Gesang in „And the glory of the Lord“ von keinem Geringeren als Georg Friedrich Händel. Ruhig floss die romantische Melodie des „Abendlieds“ Josef Gabriel Rheinbergers mit elegantem Stimmenaufbau dahin, so dass den Sängerinnen und Sängern ein tosender Applaus sicher war.

Die Gäste wurden mit dem Psalm „Denn Er hat Seinen Engeln befohlen“ belohnt.

„Gehen Sie mit diesem Wunsch ins neue Jahr“, verabschiedete sich Gerrit Junge. Übrigens: Der Kammerchor bekommt am Pfingstwochenende Besuch aus Grönland. Es ist der Gegenbesuch nach dem Aufenthalt des Kammerchores Herbst 2025 dort. „Der Kulturaustausch ist unter den geopolitischen Verhältnissen unserer Zeit besonders“, meinte der musikalische Leiter. Man werde in der Christus- und Garnisonkirche auftreten, „mit oder ohne Heizung“.